Ishikawa – Methode: Den Fehlern auf den Grund gehen.

IshikawaSie haben komplexe Fehler in Ihrem Unternehmen entdeckt und wollen die passende Lösung finden? Sie haben bereits erste Lösungsansätze ausprobiert, aber sie greifen nicht?
Sie können bestimmte Fehler nicht und nicht beseitigen?

Oft liegt es daran, dass die falschen Ursachen hinter dem Fehler vermutet werden und vorschnell am falschen Punkt angesetzt wird.

Gehen Sie die Sache systematisch an und probieren Sie die Ishikawa-Methode.

Was die Ishikawa-Methode bringt:

Das Ziel der Ishikawa-Methode ist, so viele Ursachen wie möglich für einen komplexen Fehler zu finden. Dann können Sie die tatsächlichen Ursachen bestimmen und dort ansetzen. Der Fehler wird dadurch langfristig beseitigt.

Sehr oft wird der Mitarbeiter für einen Fehler verantwortlich gemacht. Meist ist es aber nicht seine (alleinige) Schuld. Es heißt, für einen Fehler gibt es mindestens drei Ursachen. Mit der Ishikawa-Methode entdecken wir andere Möglichkeiten, warum es zu diesem Fehler kommen konnte –  ein nützlicher Blick über den Tellerrand.

So geht’s:

Arbeiten Sie bei dieser Methode immer gemeinsam mit Ihrem Team.

  • Beschreiben Sie das Problem konkret. Um welchen Fehler geht es genau?
    Unser Beispiel-Fehler: In der Kaffee-Küche für Mitarbeiter gibt es selten sauberes Geschirr. (Dieses Beispiel ist zur Veranschaulichung bewusst einfach gewählt.)
  • Zeichen Sie das Fischgräten-Diagramm auf (siehe folgende Abbildung).
    Ishikawa leer
    Die 6 Hauptgräten stehen für die 6 Ursachen-Arten (6M)

    • Mensch
      Die Mitarbeiter sind zu faul, um ihr Geschirr selbst abzuwaschen.
    • Methode
      Die Tassen werden mit kaltem Wasser ohne Spülmittel kurz abgewaschen. Das Geschirr wird dadurch nicht wirklich sauber.
    • Management
      Es ist nicht klar geregelt, wer das Geschirr abwaschen soll. Sollen das die Mitarbeiter selbst machen oder übernimmt das die hausinterne Reinigung? Es bleibt einfach liegen.
    • Maschine
      Die Spülmaschine ist schon sehr alt und deswegen regelmäßig kaputt.
    • Material
      Es fehlen regelmäßig die Schwämme zum Abwaschen.
    • Mitwelt
      Der Kundenverkehr findet direkt neben der Kaffee-Küche statt. Mitarbeiter werden häufig beim Abwasch der Tassen durch Fragen der Kunden unterbrochen.
  • Sammeln Sie mit Ihrem Team alle möglichen Ursachen für den Fehler und ordnene Sie sie den 6M zu. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit dafür.
    Die 6M dienen dazu, Sie auf Ideen für mögliche Ursachen zu bringen. Die richtige Zuordnung ist zweitrangig.
    Beachten Sie in diesem Schritt die Brainstorming-Regeln! (Link: Brainstorming)
    Das Ergebnis für unser Beispiel sehen Sie in der Abbildung oben.
  • Besprechen Sie erst im Anschluss die Ursachen: Wie weit ist diese Ursache tatsächlich ausschlaggebend?
  • Bewerten Sie die Ursachen im Team. Finden Sie die wichtigsten Ursachen. Was ist tatsächlich für den Fehler verantwortlich?
    In unserem Beispiel sind folgende Ursachen als die wichtigsten bewertet worden.

    • Die Tassen werden mit kaltem Wasser und ohne Spülmittel kurz abgewaschen.
    • Es fehlen regelmäßig die Schwämme zum Abwaschen.
    • Es ist nicht klar geregelt, wer das Geschirr abwaschen soll.
  • Erarbeiten Sie Lösungen für die wichtigsten Ursachen und setzen Sie diese um.
    • Es wird eine kurze Checkliste für das richtige Abwaschen erstellt und über die Abwasch gehängt. Mitarbeiter werden kurz eingeschult.
    • Die hausinterne Reinigung schaut jeden Tag nach, ob sie neue Schwämme oder Spülmittel in die Kaffee-Küche legen sollen.
    • Jeder Mitarbeiter hat einmal in der Woche die Verantwortung, dass das Geschirr gewaschen wird. Die Einteilung wird vom Teamleiter in der Küche ausgehängt.
  • Beobachten Sie, ob der Fehler beseitigt wurde bzw. das Problem gelöst wurde. Meistens tauchen die Fehler nicht mehr auf oder nur mehr in einem geringen Maße.

Probieren Sie es aus und schaffen Sie Fehler aus der Welt, die schon lange eine Lösung benötigen.
Viel Erfolg
Valerie Grundnigg

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