FRAP – Fehleranalyse

FRAP

Leidenschaftliche Handwerker/innen verfügen meist über einen gut sortierten Werkzeugkasten. Dieser wird in der Regel (bei mir leider nicht) gewartet und aufgeräumt. Wenn dann mal ein Werkzeug benötigt wird, ist es schnell griffbereit und sofern es ein hochwertiges Werkzeug ist, macht es großen Spaß, es anzuwenden.

Das gleiche gilt auch für das Qualitätsmanagement. Ich freue mich immer sehr, wenn sich die Gelegenheit ergibt, dass ich aus meinem Werkzeugkasten ein Tool auswählen und einsetzen kann und es mich im Idealfall unterstützt, mein Ziel schneller zu erreichen.

Aus unserem Werkzeugkasten werde ich Ihnen heute wieder so ein Tool vorstellen.

FRAP

Frequenz – Relevanz – Analyse für Probleme

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Fülle von Fehlern, die Sie beheben sollen. Ihre Zeit und Ihre finanziellen Mittel sind aber begrenzt.

FRAP hilft Ihnen, die Fehler zu bewerten und Prioritäten der Fehlerbehebung zu setzen.

Jeder Fehler wird kurz und knackig bewertet und diese Bewertung in einem Diagramm visualisiert. So sehen Sie und vor allem auch Ihr Team die Bedeutung der Fehler.

Wie gehe ich vor?

  • Zeichnen Sie eine x – Achse für die Frequenz (horizontal)
    = Häufigkeit: wie oft kommt der Fehler vor, fast nie, selten, ab und zu, häufiger, sehr oft, ständig
  • Zeichnen Sie eine y- Achse für die Relevanz (vertikal)
    = Bedeutung und Wichtigkeit für Ihre Organisation bzgl. Kosten, Zufriedenheit der Kunden, Sicherheit von Kunden und Mitarbeiter/innen, Einhaltung der Gesetze,…
  • wo die Achsen sich kreuzen, ist der Wert am niedrigsten
  • tragen Sie einen Fehler nach dem anderen in das Diagramm ein, am besten ist, Sie bewerten gemeinsam mit dem Team, wie häufig passiert der Fehler und welche Bedeutung hat er für den Erfolg Ihrer Organisation
  • Erst nach der Bewertung aller Fehler, entscheiden Sie, mit welchen Fehlern Sie beginnen, diese zu beheben

Beispiel

mögliche Fehler im Online-Verkauf (Zeitrahmen 1 Monat)

  • Fehler A – ein Produkt wird in 40 % der Fälle nicht zum vereinbarten Termin geliefert, sondern erst 10 Tage später
  • Fehler B – die Verpackung war in 0,5 % der Fälle beschädigt, hatte aber keinen Einfluss auf das Produkt selbst, keine Beschädigungen
  • Fehler C – 2 x wurde ein falsches Produkt ausgeliefert
  • Fehler D – in 35 % der Fälle wurde bei der Verpackung nicht das vorgesehene Füllmaterial verwendet, hatte keinen Einfluss auf die Kosten bzw. auf den Schutz der Ware

Eine mögliche Bewertung und die Visualisierung als FRAP finden Sie auf unserem Foto dargestellt.

  • Mit welchem Fehler würden Sie beginnen?
  • Welchen Fehler können Sie ignorieren?

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit Ihrem eigenen FRAP

Ihre Gabriele Selb

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